James Dillon: Widerstehen
Musikfestival Bern
Dampfzentrale Bern, Turbinensaal
Mitwirkende:
- Sarah M. Newman — Sopran
- Dorothea Jakob — Sopran
- Julie Catherine — Mezzosopran
- Barbara Ostertag — Alt
- Johannes Mayer — Tenor
- Clemens Liese — Tenor
- Luciano Lodi — Bariton
- Florian Drexel — Bass
- SCHOLA HEIDELBERG
Leitung: Ekkehard Windrich
Veranstalter: Musikfestival Bern
Ensemble Proton Bern
Flöte: Bettina Berger
Oboe: Martin Bliggenstorfer
Klarinette: Richard Elliot Haynes
Fagott: Elise Jacoberger
Posaune: Stephen Menotti
Harfe: Vera Schnider
Tasten / Elektronik: Coco Schwarz
Violine: Maximilian Haft
Violoncello: Jan-Filip upa,
Kontrabass: Rebecca Lawrence
Sounddesign: Benjamin Miller
Für die SCHOLA HEIDELBERG und das Ensemble Proton Bern hat James Dillon «Lamentations :» komponiert, eindringliche Gesänge nicht nur der Klage, sondern auch des Protests und der Solidarität.
Im Auftrag des Musikfestival Bern und des Huddersfield Contemporary Music Festivals schuf James Dillon eine neue Komposition, die für die Schola Heidelberg und das Ensemble Proton Bern massgeschneidert ist. Ausgangspunkt sind die Lamentationen, die in der abendländischen Musikgeschichte eine lange, biblisch geprägte Tradition haben. Mag dieser Bezug anfänglich in der Konzeption noch eine gewisse Rolle gespielt haben, so hat sich das Werk inzwischen weit davon entfernt und ins Universelle ausgeweitet. Das zeigt sich in der Auswahl der Texte, die Dillon getroffen hat. Antike Autoren wie Lukrez und Vergil kommen darin ebenso vor wie sumerische Texte oder Ausschnitte eines Gedichts von Georg Trakl. Volksmusiktraditionen wie jene der schottischen Dudelsackmusik wirken hinein. Am Schluss steht eine «Lamentation for the Trees», also für die Bäume. Fünftausend Jahre spiegeln sich so in diesem Werk.
Die «Lamentations :» sind damit nicht nur als Ausdruck von Trauer, sondern auch als ein Akt des Protests und der Solidarität zu verstehen – und höchst aktuell. Das Stück sei vor dem Hintergrund moderner Vertreibungen entstanden – sei es durch erbarmungslose Kriegsmaschinerie oder auf Grund des planetarischen Selbstmords. In keiner Weise, so Dillon, masse er sich an, die Stimme für die Vertriebenen zu erheben – er wolle lediglich eine Reaktion bieten, die an den traurigen Protest schottischer Dudelsackklänge in Klageliedern wie «Is fhada mae seo tha sinn» («Zu lange schon in diesem Zustand») erinnere.
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